Re: Präkognitive Träume

EXOMETA oder Das Schweigen der Sterne

Geschrieben von Carsten Z. am 18. Juli 2004 17:49:14:

Als Antwort auf: Präkognitive Träume geschrieben von Lars M. am 17. Juli 2004 18:41:48:

Hallo Lars,
den Wunsch, zukünftige Ereignisse vorhersagen zu können, kann ja sicher jeder nachvollziehen. Und eigentlich gehört das "Hellsehen" zur normalsten Sache der Welt. Machen wir ja jeden Tag:
- Wir treffen Voraussagen aufgrund unserer Lebenserfahrung, die wir haben.
- Wir versuchen unerwünschte Ereignisse bereits im voraus zu vermeiden, indem wir irgendwelche Sicherheitsbestimmungen befolgen.
- Wir wenden Naturgesetze an, damit eine Sache sich so und nicht anders antwickelt.
- Ein Mensch plant die nächste Stunde, den nächsten Tag und seine eigene Zukunft.
Dieser Hang zum Blick in die Zukunft könnte man durchaus als Wesensmerkmal der Menschen bezeichnen. Durchaus ein interessantes Thema. Sollte man sich einmal mit beschäftigen.

Aber Du meintest mit "präkognitiven Fähigkeiten" sicher etwas anderes, beispielsweise das Vorhersagen von Ereignissen, die zeitlich vorher keinerlei Anhaltspunkte zu ihrem plötzlichen Eintreten erkennen ließen.
Nun kommt es mitunter vor, daß ein Mensch das Gefühl hat, ein solche Ereignis vorausgeahnt zu haben. Wie wäre so etwas möglich?
Du sagst, Du hättest präkognitive Träume. Ein Traum ist aber eine Art Zufallsgenerator. Man träumt von allen möglichen Dingen in allen möglichen und unmöglichen Kombinationen. D.h. aber andererseits, daß es durchaus wahrscheinlich ist, daß am nächsten Tag ein Ereignis eintritt, welches in irgendeiner Weise den geträumten Dingen ähnelt, so daß man dann das Gefühl hat, dieses Ereignis vorausgesagt zu haben. Dieses Gefühl ist umso stärker, je fester man an solche Voraussagemöglichkeiten glaubt.
Mit anderen Worten: Es war alles nur Zufall, und es hat nichts mit präkognitiven Fähigkeiten zu tun. Ich glaube, daß Du intelligent genug bist, diesen Mechanismus zu durchschauen und den Glauben daran zu durchbrechen.
Und vor allen Dingen: In Deinem Leben ist nichts vorherbestimmt. Also nichts ist Schicksal - selbst wenn wir in einer virtuellen Realität leben würden. Es wären allenfalls kleine Impulse, die einem über normale Interfaces gegeben werden, also mittels Gespächen und Interaktionen mit anderen Menschen usw. (wenn überhaupt)


Jetzt noch kurz zur (fiktiven) Exometa-Hypothese:
In Simulationen (auch sehr großer Welten) kann man natürlich Zeitsprünge einbauen, oder einen Vorgang beliebig oft von vorn beginnen lassen, und auf diese Weise Informationen über die Zukunft (dieser Welt) gewinnen. Auf eine bestimmte Art kann das ja heutzutage schon jedes Computerspiel.

Aber die Menschheit ist gegenwärtig wohl (gesellschaftlich, moralisch) sehr weit entfernt davon, daß man ihr den Zugriff auf solcherlei Instrumentarium zur Gestaltung ihrer eigenen Welt in die Hand geben würde - auch nicht versehentlich, wie Du schreibst.

Willkommen in unserer nach realistischen Gesichtspunkten gestalteten virtuellen Welt!
;-)
Gruß
Carsten





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